Dazwischen
Sonntag, 24. Januar 2021

Für B.

Handschuh
gezückt
All Fehde
ein Ende

Aus Verseh‘n
eine Ruh‘
gebückt
lauschender

Rede

auf starrende Hände
sie wenden das Blatt
bergan und bergab
voran oder Folgender

Im Fallen noch knapp
als rauschender
Goldener
dem gierigen Fest
dem einzigen Test

entkommen / bestanden

Wollen entfloh‘n
in spartanischem Bogen
der Dinge benommen
die
in endlosem Frohn

Uns gelogen
verbanden

(

Auf auf in eine neue Zeit.

)

Freitag, 22. Januar 2021

All we need is just a little patience...

Bin heute vor Wut ohne Telefon aus der Wohnung in den Park Sonne anschauen. Am Boden krabbelte ein Feuerkäfer vorbei. Dachte, ob er Angst hat? Ob er Todesangst kennt, wenn ja wie oft und lange in seinem kleinen Krabbelleben. Am Bankerl sitzend, nach diesen Gedanken beschloss ich wieder heim zu gehen. Das Essen im Ofen war mir eingefallen.

Es roch leicht angebrannt als ich ankam aber A hatte den Herd abgedreht. Die gefüllten Zucchini konnte ich retten nur bissi Tomatensoße war abkokelt. Die Krautrouladen waren gerade recht.

Wann war der letzte Moment an dem ich einfach da gesessen bin ohne ins Telefon zu schauen oder irgendwas wichtiges zu tun?

Die halbe Stunde Sonne / Bank /Käfer hat mir klar gemacht dass ich wie aufgezogen renne, nicht mehr nachdenke ob das was ich mache mir gut tut oder nicht.

Der Gedanke, dass ich viel zu schnell Ja oder Nein sage, statt meiner geistigen Langsamkeit Rechnung zu tragen, über die Fragen beziehungsweise Entscheidungen nachzudenken in Ruhe. Diese Geduld mit mir zu entwickeln ist meine große Aufgabe. ‚Ich denke drüber nach.‘ wird ein Standardsatz werden, einen Körpertrigger werde ich dafür aufbauen.

Viele Dinge der letzten Zeit wären mit weniger Reibungsverlusten gegangen hätte ich mir das früher eingestanden.

Dazu kommt meine Begeisterungsfähigkeit, die mich am falschen Fuß erwischt, mir den erwünschten Zustand mit dem realen vermischt. Blöd.

Ich denke, mein Versuch zu perfekt zu sein damit ich trotz meiner Vergangenheit genüge zerbeult meine Liebe und wirkt abstoßend dazu.

Das muss nicht sein.

Dienstag, 19. Januar 2021

So schreibe ich es nochmal und nochmal und nochmal und nochmal und nochmal ...

Zur Feier des Tages hab ich eine Flasche Rotwein aufgemacht und beginne V wie Vendetta anzuschauen. Das Glas atmet und ich habe etwas Zeit.

Stellt Euch vor, nur kurz noch:

Wir könnten das Traumhafte, das Städte an sich haben, mit dem Traumhaften das das Land uns bieten würde vereinen. Nur kurz, denkt darüber nach, wie es wäre, wenn wir den Greissler kennen würden, die Verkäuferin beim Billa Zeit für ein Plauscherl hätte. Das kulturelle Angebot in einen Wettbewerb mit zauberhaften Naturoasen treten müsste, von dem beide profitieren würden. Stellt Euch vor es wäre ruhiger, stiller sogar manchmal, man könnte die Sterne sehen in der Nacht.

An einem Sommerabend runter gehen auf den Wiesenstreifen, vormals Gehsteig, im nächst besten Hochbeet ein paar Erdbeeren pflücken, so noch welche da wären, oder eine Ribisel ergattern und dann auf einem Bankerl Platz nehmen, dem Konzert visavis lauschen, das auf dem Vorplatz des Supermarktes stattfindet und die Verkäuferin vom Billa treffen, das Plauscherl kurz fortführen.

Unsere Kinder wären da und würden spielen, wir könnten sie in einer Rotte unbeaufsichtigt strawanzen lassen, im Umkreis wäre wenig Gefahr, weniger als jetzt.

Aber wir könnten dann heimgehen mit wem wir wollten, es wäre der Dorftratsche egal ob wir homosexuell sind, oder seit 13 Jahren mit dem selben Mann glücklich, oder offene Beziehungen leben würden. Wir wären Punks, Nadelstreifanzugfritz oder Briefträger mit coolem Hobby, es gäbe in der viertelstunden-Distanz das meiste zu kaufen, was wir brauchen, der öffentliche Verkehr macht dann früher Pause denn jeder hat einen Feierabend verdient und wer nicht will fährt mit dem Faxi zum Schwarm oder in die Disko.

Hier und da heulte eine Sirene auf, die Kinder, trainiert darauf begäben sich in Sicherheit, die Rettung hat es aber nicht mehr allzu oft allzu eilig, denn schwere Verkehrsunfälle wären seltener.

Es gäbe schliesslich keinen Individualverkehr mehr hier in Wien, wir wären die erste richtig fette CarFreeCity der Welt.

Soll der Planet uns abschütteln oder wollen wir tanzen im Konzert der Ideen? Wie wir die Zukunft haben wollen?

Wir könnten sie gestalten.

Genau jetzt.

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