Dazwischen
Sonntag, 18. Juli 2021

Berg

Wir waren unterwegs. Erst A und O bei Verwandten in Deutschland, Mama und ich in den Bergen allein, dann holte ich O vom Zug in Salzburg ab und wir waren noch ein paar Tage zu dritt.

O hat sich verändert, er ist nicht mehr so klein wie noch vor kurzem, es war seltsam für mich, seine Phase zu akzeptieren, bis ich herausfand, dass es eine ist, mittlerweile kann ich ohne Probleme ein, zwei Stunden mit ihm plaudern ohne dass einem von uns langweilig würde. Das ist sehr gut und erfreulich, dass er einen massiven eigenen Willen hat bringt mich an Grenzen.

Ganz normal alles.

Als meine Mutter und ich alleine waren, sind wir gleich nach unserer Ankunft einige Stunden wandern gewesen, um am nächsten Tag, angegangen, auf 2000 Meter hoch zu kommen. Es war toll, ich war noch nie in so steilem Gelände unterwegs, am Wetterkreuz angekommen war die Angst, es wieder runter zu schaffen, die mich den halben Aufstieg über geplagt hatte, wie verweht, ich hatte später wackelige Knie aber wir schafften es gut und heil zurück zur Alm.

Seit ich klein bin gehe ich in die Berge, das ist hilfreich für die Trittsicherheit. Einmal rutschte ich, fast unten, auf einem nassen Felsen aus, aber es ist nichts passiert, Gottlob.

Es war eine Grenzerfahrung, die mich dann in weiterer Folge dazu gebracht hat, vier Tage später ganz alleine zu dieser Alm zu wandern. Ich begegnete keiner Menschenseele, alleine mit meinen Gedanken und Gefühlen ging ich einfach weiter, bekam oben bei den Almbauern einen Kaffee und kurze, nette Ansprache, mit einer Handvoll Eierschwammerln und drei Begegnungen mit Kühen später kam ich ganz und geläutert zu Hause an.

Den restlichen Tag war mit mir nichts mehr los, da ich vor Aufregung nur knapp über zwei Stunden geschlafen hatte, in der Nacht davor, und mit dem Bus um sechs Uhr schon zum Einstieg des Weges gefahren war.

Bald wieder! Ich bete für die Berge und die Leute, die ich dort kennengelernt habe.

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