Dazwischen
Sonntag, 6. Juni 2021

Kleider machen Freude

Heute über Mode gelesen, die letzte Zeit, so circa seit 35 Jahren auch dauernd darüber nachgedacht. Ich liebe es, mich schön anzuziehen. Oft schon habe ich gehört, ich könnte das auch. Die paar Jahre in Sackklamotten dazwischen sind vergessen, seit Pandemie hab ich abgenommen und mich neu eingekleidet, das war mein Coping-Mechanismus, oder nein, das war einfach ein Einschnitt im Leben und in und nach solchen ändere ich oft meine Garderobe. Vier Blazer sind dazu gekommen, einige Röcke, Shirts und zwei Hosen. Ich liebe Schals, meinen beginnenden Buckel kann ich damit gut kaschieren. Eine Tasche hab ich auch, vom kleinen Schneiderladen, das war nice, ich liebe die. Ohne Label, aber Leder.

Nichts von meinen Sachen ist Luxus. Ich hege und pflege die Sachen, kaufe oft Qualität die zwar nicht so billig ist, wie 10 Euro Shirts aber auch länger hält.

Manche Shirts von Lila hab ich seit sechs Jahren und trag sie immer noch, die sind zeitlos weil sie zu mir passen.

Der Schneider hier ums Eck ist sehr freundlich, ich gehe gerne hin und lasse Sachen ändern oder reparieren. Jemand den ich mag hat mir einen echten Lederrock geschenkt, der ist umgearbeitet super spitze. Leider ist die Person total wütend auf mich, mal sehen ob das wieder besser wird. Nicht wegen dem Rock, wegen der Seele.

Als ich Anfang zwanzig in London war, kaufte ich bei einem kleinen Label eine witzige Hose und ein Gilet, den Rock hab ich aus New York, das Kopftuch trug ich da eine Kollegin ihr Haar wegen Krankheit verloren hat und ich irgendwie solidarisch sein wollte.

Bin eh wieder mal ausgelacht worden, aber gut gemeint ist ja bekanntlich das Gegenteil. Auch der Stress mit der Person liegt genau an so einem Umstand. Wer anderer hat einen Bock geschossen, ich wollte das richten und alles daran ging schief, jetzt hassen mich wiedermal alle.

Aber Mode! Liebe. Das ist kein Eskapismus, das taugt mir vom Herzen her.

Ich erinnere mich sogar wo ich meine erste selber ausgesuchte Hose gekauft habe, an den Tag, die Hose und wie stolz ich war, sie war schwarz mit weißen Punkten, klitzekleinen, eingewebten. Tolle Hose. Ich war elf.

Die Arbeit in dem Laden für österreichische Mode war toll, erstens weil ich damals total am Sand war und meine Chefin mir eine Chance gab, was ich ihr zwar oft übel nahm, aber in der Nachsicht ungerecht vorgeworfen hatte, sie forderte mich heraus, oft mit lauten Worten, aber ich bin manchmal, nun, schwer zu erreichen mit purer Freundlichkeit, da muss bissi Pfeffer her.

Aber naja, die Herausforderungen sind mannigfaltig, man wird sehen. Meine Leidenschaft für Mode, und Design, Kunst, Malerei und Literatur wird mir bleiben. Das ist meine Natur.

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