Dazwischen
Sonntag, 21. Februar 2021

Fadenruh'

Die uns lieben verankern uns im Leben, sie ziehen uns in es, halten uns fest darin. Von Zeit zu Zeit genügt es, der einzige zu sein, für sich, der das übernimmt.

Dann gibt es Momente, da hängt man am Faden einer Person, die einen mag und braucht und wertschätzt.

Ich kenne es, ein Störenfried zu sein, wegen meiner Art der Wahrnehmung, unerkannt und dank meiner inneren Ruhe als nichtsnutzig eingestuft. Das schmerzt, mehr als es sollte.

Denn jene, die mich am Seil haben, denen strahle ich zu, wie eine kleine Sonne in einem kleinen Universum links neben der Spur.

Ich kann ihnen weh tun, das merke ich, wenn die Welt und die Leute denen ich ein Dorn darin bin, mich gegen mich aufgebracht haben, ich dann als Nervenbündel blank ziehe, mit Worten böse werde, gemein und unzusammenhängend.

Druck ist seltsam, er steigt, steigt und steigt bis zu dem Punkt im Auge des Hurrican's wo es darauf ankommt, zu handeln. Hier hilft diese innere Ruhe, der mögliche Fokus dann. Ausblenden, was stört, die Sache in einem Flow erledigen, der vergisst, dass er erneut durch die äußere Zone hindurch muss, später. Gelänge das nicht, man versänke in Panik und würde die Aufgabe nicht lösen können.

Das Herzklopfen danach, die zitternden Hände und den Effekt im Hirn, der hellwach gemacht hat, muss man vergessen, spätestens nach der nächsten Nacht mit viel Schlaf. Erinnert man alles im Detail, man wäre im nächsten Wirbelsturm nicht handlungsfähig wie man es ist und sein muss.

Das Problem - wenn es eines ist - dieser Amnesie könnte sein, unwichtiges von Wichtigem zu filtern. War man zu oft in der haarigsten Situation, könnte es passieren dass der Modus zu schnell ausgelöst wird, und man die nötige Verdrängung dann auf Kosten seiner Klugheit lebt. Man wird unbegebildet, auf den ersten Blick doof.

Nicht in Wirklichkeit, wenn es sich darstellt wie ich denke, weil die Fähigkeit in der Not zu reagieren eine andere Art von Nerdtum ist als umfassendes Wissen in einem kleinen Bereich, es hat seine Berechtigung, wie eine Expertise hier oder da.

Es ist schön, wenn es gelingt, den Menschen mit deren Fäden man verwoben ist zu ersparen all die anderen, mit einem unverbundenen Einflüsse überzustülpen, einzig aus mangelnder Sicherheit gegenüber der eigenen Kraft.

Für manche bin ich der Faktor Nerv, für wenige interessant und für ein paar ganz wenige der Faden an dem soviel Liebe hängt, soviel Zuversicht und Mut, Hoffnung und Tatkraft.

Dass ich trotzdem für das Ganze geben will, liegt daran, dass das Siegen und sein Gegenteil, ein Märtyrer sein, in meiner Brust wie ein Herz schlagen. Daran glaube ich, es geht nur zusammen. Alles. Aber jene, denen ich nicht gut genug bin, deren Ansprüchen ich nicht genüge, sie dürfen meine Fäden nicht mehr färben, mit ihren bewertenden Motiven. Das erlaube ich nicht länger. Weil ich meine Stärke kenne.

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